
Unter dem Pflaster liegt der Strand: eine gepflästerte Insel statt eines Velostreifens an der Tramstation Kalkbreite.
Im November letzten Jahres stellte die Stadt Zürich den
Masterplan Velo vor, mit dem Ziel, den Radverkehr in der Stadt bis 2025 zu verdoppeln. Die Anlage von «Haupt- und Komfortrouten» wurde in Aussicht gestellt (und dazu eine üppige Werbekampagne). Fazit: Wer heute mit dem Velo unterwegs ist, spürt kaum etwas vom Masterplan. Es ist klar, dass der Plan ein Jahr nach der Ankündigung nicht umgesetzt sein kann. Aber sein Geist müsste spürbar sein – in der Planung und Ausführung von Strassenbauarbeiten, die in dieser Stadt ja ohne Unterlass im Gange sind. Doch dabei zeigt sich, dass weiterhin die alten Maximen städtischer Verkehrspolitik gelten, sozusagen Dogmen: Bevorzugung des ÖV, Behinderung des MIV und das Pflanzen von Bäumen. Beispiele? Die Badenerstrasse gehört laut Masterplan zu den Hauptrouten. Abgesehen davon, dass die Strasse auf vielen Abschnitten keinen Platz für Velostreifen bietet (und Velofahrer gewissermassen als «Fleischbremsen» gegen den MIV eingesetzt werden), wird die Situation jetzt verschlechtert. Eben ist die Tramstation Kalkbreite neu angelegt worden – als Kaphaltestelle. Das heisst, mit dem Velo wird man in Zukunft stadteinwärts hinter dem Tram warten müssen. Dafür gibt’s in der Strassenmitte zwischen den beiden Trams neu eine gepflästerte Insel. Beispiel zwei: Die Dammstrasse, welche von der

Nur Stämme werden überleben: Der Baumreihe rechts wird an der Schöneggstrasse eine Baumreihe links gegenüber gestellt.
Wasserwerkstrasse zum Röschibachplatz in Wipkingen führt, ist sowohl Haupt- wie Komfortroute. Nun wird der
Röschibachplatz neu konzipiert, das Regime für den MIV verschärft. Aber die schmale Dammstrasse bleibt für Autos auch in Zukunft im Gegenverkehr offen, selbst wenn sie darauf nicht kreuzen können und das Strässchen in der Folge oft blockiert ist – auch für Velos. Der Umbau der Schönegg- und der Feldstrasse im Kreis 4 schliesslich zeigt die Schwächen des Routennetzes des Masterplans. Der Strassenzug gehört nicht dem Netz an, sowenig wie irgendeine andere Ost-West-Verbindung im Kreis 4 zwischen den Geleisen und der Badenerstrasse. Eigentlich wäre er wegen seiner Lage und seiner bisherigen Breite dafür prädestiniert gewesen. Nun aber hat die Stadt die beiden Strassen verengt. Grund: Um Bäume zu pflanzen – an der Schöneggstrasse hatte es bisher erst auf der einen Seite welche.
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Ein Kommentar
Schön, dass ich nicht der einzige bin, den die städtische Politik zur Verhinderung des Veloverkehrs stört. Oder dem sie überhaupt auffällt!