In der Schweiz gibt es Mobility. Und in Deutschland gibt es Tamyca. Das ist ähnlich, aber nicht das gleiche. Tamyca vermittelt Autos, welche Private für Stunden oder Tage vermieten. Eigentlich funktioniert Tamyca wie eine Musiktauschplattform. Ich stelle mein Auto zu Verfügung – und kann dafür in ganz Deutschland andere Autos mieten. Allerdings kann man auch von Tamyca vermittelte Autos mieten, ohne selbst eines zu besitzen und zu vermieten. Reserviert wird online.
Der Dienst ist insofern interessant, weil damit einerseits der vorhandene Wagenpark besser genutzt wird, andererseits der Besitz eines eigenen Autos oder lange Autoreisen wieder ein Stück obsoleter wird. Und: Die Preise der von Tamyca vermittelten Wagen sind im Vergleich zu kommerziellen Autovermietern sehr viel günstiger. Nähmen wir an, ich würde heute nach Berlin reisen und möchte morgen einen Ausflug in die ländliche Umgebung der deutschen Hauptstadt machen, so könnte ich einen Skoda Fabia für 39 € pro Tag mieten, 300 Kilometer und die Vollkaskoversicherung eingeschlossen. Ein vergleichbarer VW Polo kostet bei Avis 189 €.
Zweiter Vorteil von Tamyca: Im Angebot stehen auch spezielle Autos. Solche, die man bei kommerziellen Anbietern vergeblich oder lange sucht und nur für sehr viel Geld mieten kann: Oldtimer zum Beispiel. In Berlin gäbe es beispielsweise einen Mercedes 450 SL Cabrio aus dem Jahre 1973. Der kostet 190 €, 100 Kilometer inklusive. Festgelegt werden die Preise von den Besitzern der Autos; in der Miete inbegriffen ist aber stets eine von Tamyca abgeschlossene Vollkaskoversicherung (mit Selbstbehalt).
Angesichts des vorzüglichen und extrem flexiblen Angebots von Mobility scheint Tamyca in der Schweiz weniger notwendig. Mittels einer Umfrage bei seinen Mitgliedern hat der VCS dieses Jahr den Start einer Autovermietung von Privaten geprüft – und die Idee wieder verworfen. Das «Nutzerpotenzial» sei «zu klein», heisst es auf Anfrage. Zudem seien versicherungstechnische Fragen nicht restlos geklärt.
In Deutschland aber ist Tamyca ein Hit. Der Dienst wurde 2010 von vier Studenten gegründet; zurzeit vermittelt er 2500 Autos in 650 Orten. Die Attraktivität von Tamyca äussert sich nicht zuletzt darin, dass das Unternehmen vom Autovermieter Sixt eingeklagt wurde, weil es seine Website mit Preisvergleichen wie diesem aufgemacht hatte: «356,98 € bei Sixt, 85,46 € bei Tamyca». Nach einer gerichtlichen Verfügung musste der Dienst den Vergleich im April löschen, hat sie aber inzwischen angefochten.
Gibt es Tamyca bald auch in der Schweiz? «Wir verfolgen Pläne zu expandieren, können aber derzeit keine Versicherung für Vermietungen ausserhalb Deutschlands anbieten,» teilt Tamyca mit.
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2 Kommentare
Mobility führt momentan gerade eine Kundenumfrage zu P2P-Carsharing durch. Als Mobility-Kunde sehe ich darin allerdings kaum einen Anreiz …
Gut, das sich dieses Sharingprofil nicht durchgesetzt hat. Wenn ich mir einen Mietwagen in Düsseldorf miete, dann will ich damit fahren wenn ich will. Und wohin ich will. Wenn ich Mehr Infos zu etwas anderes suche, dann ist das auch mein Problem, aber ich bin immer mein eigener Herr