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Ein Veloparkplatz, teurer als ein Stadionsitz
13,5 Millionen Franken will der Stadtrat von Zürich ausgeben für den Bau von 1750 Veloparkplätzen beim Hauptbahnhof. Das ist eine Menge Geld, vor allem, wenn man ausrechnet, was ein einzelner dieser gedeckten und bewachten Veloplätze kostet: 7714 Franken. Das ist ein Vielfaches der einfachen «Stangen»-Plätze, die ein- bis zweihundert Franken billig sind. Sogar ein Platz im (abgelehnten) Fussballstadion wäre mit 7692 Franken günstiger gewesen (ausgehend von den 150 Mio. Franken Baukosten, ohne Landkosten und Reserven). Anders als das Fussballstadion kann der Betrieb des Veloparkhauses gar nichts zur Amortisation und Verzinsung der Baukosten beigetragen. Dies, obwohl die Stadt für die Veloparkplätze unter der Europaallee Geld verlangen wird. Aber die Tarife von zwei Franken pro Tag (20 pro Monat, 150 pro Jahr) werden wohl, aufgrund der Erfahrungen mit der im Frühjahr geschlossenen Station unter der Sihlpost, bestenfalls die Betriebskosten von 330 000 Franken im Jahr decken. Natürlich, Veloparkplätze sind gut für die 2000-Watt-Gesellschaft, die als Ziel in der Stadtzürcher Gemeindeordnung steht. Und vielleicht helfen mehr Veloparkplätze, den defizitären ÖV zu entlasten und der Stadt damit Kosten zu sparen. Bezahlparkplätze leisten sich jene, die ein teures (Elektro-) Velo fahren und es wohl behütet wissen wollen. Womöglich Menschen, die bisher mit dem Auto unterwegs waren. Umsteiger also! Womit der Umwelt gedient wäre. Und der Stadt gute Kunden verloren gingen. Autoparkplätze vermietet die Stadt bekanntlich mit Profit – unter freiem Himmel wie in ihren vielen Parkhäusern. Womit der Stadt ein doppeltes Defizit erwächst. Mal schauen, was der Grünliberale Sparpolitiker und Stadiongegner Gian von Planta meint, wenn die Station in den Gemeinderat kommt.
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3 Kommentare
Wieder so ein schönes Stadtprojekt, was absurd teuer wird. Ihr Vergleich zum Stadion hinkt leider, denn beide Projekte sind gleich schlecht, wenn es um die laufenden Kosten geht. Die Clubs hätten auch nicht mal die laufenden Kosten bezahlt, geschweige denn sich an den Kosten für die Amortisierung beteiligt (Siehe Business Plan der Stadt Zürich). Genauso wie hier bei der Velostadion. Scheint typisch in unser Stadt zu sein.
Ich muss ein gutes Wort einlegen fürs verblichene Stadionprojekt: Der Betrieb hätte sich sehr wohl selbst finanziert, die Miete (Verzinsung und Abschreibung der Baukosten) aber nur zum (kleineren) Teil wieder eingespielt (siehe: http://www.westnetz.ch/story/warum und http://www.stadt-zuerich.ch/content/portal/de/index/politik_u_recht/abstimmungen_u_wahlen/vergangene_termine/130922/abstimmungszeitung.html)
Einfach mal lesen, was die Stadt über die Betriebsgesellschaft geschrieben hat. http://goo.gl/bZkQw Das haben leider die meisten Journalisten nicht gemacht. Da steht sehr deutlich drin, dass wir schon froh sein sollten, wenn die laufenden Ausgaben gedeckt worden wären. Sogar die Stadträte haben immer argumentiert, dass ihre eigenen Mitarbeiter alles falsch gerechnet haben. Der Artikel im Westnetz schreibt sehr richtig, dass man nicht die 216 Mio. plus die 8 Mio rechnen dürfe, was das Nein-Komitee auch nicht behauptet hat. Einzig, dass die Leerstandskosten für den Letzi noch dazukommen, wurde immer wieder gebracht. Im Business Plan steht aber auch nichts davon, dass die Clubs überhaupt die Betriebskosten gedeckt hätten. Wie auch immer. Das zu 100 % von den Bürgerinnen und Bürgern finanzierte Stadion ist tot und wird tot bleiben, so lange die Clubs nicht zeigen, dass sie sich selbst engagieren und das tun sie ja plötzlich. Das freut mich sehr.