Hieroglyphen von heute

Toutes directions (oder so) à Zurich.

Zürichs Offensive für den Ausbau des Veloroutennetzes schlägt sich in vielen grossen Symbolen nieder. In gelben Pfeilen nämlich, welche städtische Arbeiter an allen möglichen Strassenecken auf den Asphalt malen. Ortsunkundigen und unsicheren Radlern mögen die leuchtenden Signale helfen, indem sie zu bestätigen scheinen: «Jawohl, Du bist auf dem richtigen Weg!» Ich habe an dieser Stelle schon gelästert über die Symbolik. Aber ich muss nun gestehen: Auch ich freue mich an den Zeichen. Sie erinnern mich an meinen vor 15 Jahren verstorbenen Freund Hans-Rudolf Lutz, den begeisterten Typografen. Der hatte jahrelang auf

Pfeile, gesammelt von Hans-Rudolf Lutz (aus: «Hieroglyphen von heute», Verlag HR Lutz, 1990)

Streifzügen in der ganzen Welt Zeichen aus Kartonschachteln ausgeschnitten, weil er fasziniert war von diesen «Hieroglyphen von heute», wie er sie nannte. 1990 veröffentlichte er die Sammlung in einem dicken Buch, aus dem sich seither zahllose Gestalterinnen und Gestalter bedient haben. Die neuen Zürcher Velozeichen hätten Lutz in ihrer vielfältigen Einfachheit und Widersprüchlichkeit gut gefallen.

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Ein Kommentar

  1. susanne
    Am Mai 31, 2013 um 6:54 a.m. Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich kann diese vielen Pfeile auf der Strasse nicht nachvollziehen, die sind nur verwirrend. Als Velofahrerin muss ich über ein gewisses Sehvermögen verfügen um die Strasse zu benützen, ergo sehe ich, welche Fahrmöglichkeiten ich habe. Damit auch sehbehinderte dieses Signal ertasten können mit dem Stock, hätte die Farbe deutlich dicker aufgetragen werden müssen…

    Bis jetzt war ich der Meinung, dass das Lesen und Verstehen der Signalisationstafeln auch zum Repertoir von Velofahrenden gehört und nicht alleinige Sache des motorisierten Verkehrs ist. Deshalb sind diese Pfeile überflüssig.

    Obige Variante, am rechten Rand angebracht an einer Kreuzung, immer wieder gesehen, ist jedoch lebensgefährlich und dürfte insbesondere Kinder verwirren und vom Einspuren in die Mitte abhalten, wenn sie links abbiegen…

    Bei der Ausfahrt Torgasse auf das Limmatquai war dann jedoch bereits keine Farbe mehr vorhanden, um solche bepfeilten Velos zwischen Velostreifen und Auffahrt auf den Boden zu Pinseln, um Autofahrende davon abzuhalten, ihr Vehikel mitten in die Velodurchfahrt zu stellen, damit man weder links noch rechts daran sinnvoll vorbei kommt…

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