Im Zuge meiner Beschäftigung mit der Eisenbahnrechnung des Bundesamtes für Statistik (letzter Blogeintrag) sind mir noch mehr Zahlen begegnet. Zum Beispiel solche, die angesichts der letzte Woche angekündigten Preiserhöhung der SBB interessieren. Und die zeigen: Es gibt gute Gründe, die Billett- und Abopreise anzuheben. Immer mehr Menschen benutzen den ÖV immer häufiger; die Bahnen und Busse sind immer besser ausgelastet – aber die ÖV-Kosten für Bund, Kantone und Gemeinden nehmen trotzdem zu. Die Nachfrage nach Halbtax- und Generalabos stieg in den letzten Jahren an: um 15 Prozent (Halbtax) und gar um 35 Prozent (GA) zwischen 2006 und 2010. Und die viel beschworene Verlagerung des Verkehrs vom Auto auf den ÖV? Relativ betrachtet, geschieht diese: 1980, als der Anteil des Privatverkehrs in der Schweiz am höchsten war, wurden 81,6% der Kilometer im Auto zurückgelegt, 2009 noch 75,8%. Die Leistung des ÖV hat sich zwischen 1980 und 2009 nahezu verdoppelt, doch in absoluten Zahlen legte der Autoverkehr noch mehr zu. Diese Entwicklung ist ungebrochen: 2011 wurden soviele Personenwagen neu immatrikuliert wie seit 2002 nicht mehr. Die Zunahme gegenüber 2010 war doppelt so hoch wie das Bevölkerungswachstum, wie die NZZ ausrechnete. Die Menschen in der Schweiz sind einfach immer mehr unterwegs. Da jedes Auto im Betrieb teurer ist als ein 1.-Klass-GA, lässt sich festhalten: Offensichtlich spielen dabei die Kosten eine untergeordnete Rolle.
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Ein Kommentar
Die Kosten spielen eine Rolle, aber auch ein GA 1. Klasse kann sich in vielen Dingen nicht mit einem Auto messen. Grundvoraussetzung ist, dass man den öffentlichen Verkehr überhaupt sinnvoll nutzen kann, das heisst Wohnen, Arbeit und Familie müssen ÖV-tauglich genug sein. Viele Personen, die Schicht arbeiten, müssen beispielsweise häufig ein Auto nutzen, weil zu den entsprechenden Zeiten gar kein ÖV verfügbar ist.