Wehret dem MIV am Römerhof

Bald gibt es hier mehr Bäume und Pflastersteine: Römerhof in Zürich.

Bald gibt es hier mehr Bäume und Pflastersteine: Römerhof in Zürich.

Heute hat die Stadt Zürich die Umbaupläne für den Römerhof veröffentlicht. Wie schon in der Vorankündigung im Dezember angetönt, verheissen sie für die Autofahrer nichts Gutes, nämlich Stau. Was hier geplant ist, wird den Autoverkehr weit mehr stören als der umstrittene Spurabbau am Bellevue. Denn am Römerhof wird eine Kaphaltestelle in Richtung Innenstadt gebaut. Das heisst, dass der gesamte Verkehr auf Rädern hinter den Trams der Linien 3 und 8 warten muss. Mehr noch: In der vom Klusplatz zum Römerhof führenden Asylstrasse werden die Tramgeleise neu so gelegt, dass die Autos talwärts die Trams (3, 8, 15) nicht mehr überholen können. Die Einfallsachse aus dem Raum Oberes Glattal in die Stadt wird sozusagen autoverkehrsberuhigt. Nutzniesser sind jene Velofahrer, die stadtauswärts bergan schnaufen. Für sie gibt es in der Asylstrasse neu eine Velospur. Nutzniesser sind einmal mehr auch die Flaneure. Die Fussgängerzone am Römerhof wird massiv vergrössert; natürlich werden dort auch Bäume gepflanzt. Der Umbau folgt also genau den Vorgaben der 2011 angenommenen Städteinitiative, die den MIV zugunsten von ÖV, Radlern und Fussgängern einschränken will. Wer die Römerhof-Pläne anschaut, hat den Eindruck, dass genügend Platz für eine separate Autospur vorhanden gewesen wäre. Dies auch angesichts der Vorgabe, die Tramstationen behindertengerecht zu gestalten, also die Perrons zu erhöhen, wobei man sie begradigen muss, um Abgründe zwischen Trameinstieg und Kante zu vermeiden («mind the gap», wie man in London sagen würde). Es liesse sich am Römerhof einiges an Verkehrsraum gewinnen, würde auf die 1,80 Meter breite Insel zwischen den Tramschienen verzichtet, würde sie nicht beinahe doppelt so lang wie die längsten Tramkompositionen gebaut, und würde die Tramstation einige Meter weniger weit Richtung Stadtzentrum verschoben.
Die Prognose ist einfach: Es wird Einwendungen zugunsten des MIV hageln – welche die Stadt alle abweisen wird.

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Ein Kommentar

  1. Am Februar 19, 2013 um 8:55 p.m. Uhr veröffentlicht | Permalink

    Römerhofumbau. Wir wohnen an der Asylstrasse 63 und stellen fest, das Tram wird dann auf unsere Strasseneite verschoben, auch die Hochspannungs-Stromabnehmer für die Trams. Ob wir dann in Genuss von mehr Eletrosmog kommen, wird sich nicht beweisen lassen. Die Trams fahren dann sozusagen direkt vor unseren Fenstern durch – das alles ist evt. ja noch zu ertragen. Aber was passiert mit dem Stau, wenn Autofahrer am Römerhof warten müssen? Stauen sich die Autos in Stosszeiten bis zum Klusplatz oder gibt es ein neues Verkehrsregime? Danke für Ihre Ausführungen betr. Römerhofumbau. Rekurse werden wohl folgenlos bleiben, daher werden wir mal bei der Stadt fragen, ob die sich beim Römerhofumbau auch Gedanken gemacht haben, wie das mit den Staus sein wird. Wird am Klusplatz der Verlehr stärker über Bergstrasse kanaliesiert? Resp. wo warten dann die Autos, wenn ein oder mehrere Trams am RH steht? Vor dem Coop mit Lichtsignal? Fragen über Fragen von einem Direktbetroffenen. Danke für den Anstoss. Grüsse M. Fischer

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